«Ich suche mein Atelier auf, um vor den scheinbaren Notwendigkeiten des Alltags zu fliehen. An diesem Ort der Besinnung kümmert es mich nicht, ob das, was ich herstelle, als Kunst bezeichnet werden kann».
Stefan Kauffungen

 

1953 in Zürich geboren. Lebt in Wasterkingen.
Studium an der Kunstgewerbeschule Zürich, Ausbildung zum Werklehrer.
Bis 2018 Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK und an der
Schule für Gestaltung Zürich SfGZ.

 

Ausbildungen

1979 Abschluss als Werklehrer an der Kunstgewerbeschule Zürich.
1975 Vorkurs an der Kunstgewerbeschule Zürich.
1974 Lehrabschluss als Tiefdruckretoucheur.

Berufliche Tätigkeiten

2004–2018 Dozent am Propädeutikum der Zürcher Hochschule der Künste und am
Gestalterischen Vorkurs an der Schule für Gestaltung Zürich.
2003–2004 zwei Semester Vertiefungsstudium in Sonderpädagogik an der HfH und der HfGZ.
1979–1984 Zeichner bei Zintzmeyer & Lux und Zeichenlehrer am Buchmanngymnasium in Zürich.
1985–1994 Zeichen- und Werklehrer an der Mittel- und Oberstufe in Adliswil.
Während dieser Zeit Lehraufträge an der F+F und am Vorkurs der Kunstgewerbeschule Zürich.
1983 Mitgründer einer eigenen Schule „Lagerhaus für Schulen und Kurse“, Amtshaus Kaiserstuhl.
1981 bis Sommer 1982 Studienreise nach Sizilien.
1979 Abschluss als Werklehrer, arbeitet als Karrikaturist und Illustrator für diverse Zeitungen.

Über meine Arbeit

Die Arbeiten bestehen aus mehrteiligen, lose gefügten Platten- und Profilelementen oder sind als mehrteilige kompakte «Farbblöcke» konzipiert. Die mehrschichtigen, mit Hohlräumen durchsetzten Arbeiten können bei einem ersten flüchtigen Blick als kaschierte «Konstruktionen» bezeichnet werden.Die Schicht aber, die sich als Kaschierung der darunterliegenden Teile zeigt, funktioniert gleichzeitig als eine Art Fitting (Verbindungsstück). Je nach Standpunkt des Betrachters wird dieses Fitting als Trägerelement, aber auch als Blende, bzw. als Fassade, als das «eigentliche Bild» wahrgenommen. Die hinterste Schicht verbindet sich konstruktiv mit der vordersten Schicht und hält die Dazwischenliegenden zusammen. Die vorderste, dominierende Schicht übernimmt die Regie des ganzen Objektes. Sind mir bei der Leinwandmalerei die einzelnen Farbschichten «verlorengegangen», sind diese in den neuen Arbeiten als räumlich geschichtete Struktur wahrnehmbar. Der Begriff Struktur ist entweder auf das ganze Objekt anwendbar oder auf die Art und Weise, wie es zusammengesetzt ist. Einige Arbeiten resultieren aus einem Set von Profilen. Die räumliche Anordnung und die entsprechenden Farbspezifikationen der einzelnen Profile eröffnen beim aufmerksamen Betrachten der Objekte unweigerlich eine Vielfalt weiterer Möglichkeiten des konstruktiven Zusammenfügens. Je nach Standpunkt des Betrachters wird eine Art Querschnitt oder Plan der Arbeit sichtbar (Seitenkanten der MDF- oder der Aluminmiumplatten). Das Konzept des Farbkörpers, bzw. die Konstruktion und die Struktur des Objektes werden somit nachvollziehbar. Dabei ist das allseitig wahrnehmbare Farbkonzept die Codierung, um das räumliche Konzept der Arbeit zu dechiffrieren. Es handelt sich also nicht nur um gefügte Platten und Profile, auch der Farbklang, das Farbkonzept der Objekte könnte durchaus als gefügt, als «fughetta» bezeichnet weden.
Stefan Kauffungen

Zu  den Arbeiten von Stefan Kauffungen

Unser Raum sei die Schwelle. Kikusha-ni
«Fitting» ist der Fachausdruck für die Übergangs- und Passstücke von Rohrleitungen, die Stefan Kauffungen, bei seinen einstigen regelmässigen Streifzügen durch das Baumateriallager des Vaters, früh beeindruckten. Als Passagen-Werke könnte man denn auch seine mehrschichtigen, mit Hohlräumen durchsetzten Arbeiten bezeichnen. Es sind Miniaturbrücken zwischen Hier und Jetzt, kleine Monumente des Fliessens, materialisierte Zeit. Sein Interesse für die japanische Baukunst gilt vornehmlich diesem Aspekt der Durchdringung und Überlappung von räumlichen Ensembles. Raum ist darin stets auch Zwischenraum, wird von Lücken ebenso mitgeformt wie von Körpern und Kulissen, vom physischen Gegenstand wie von dessen den Umraum reflektierender Kontur. Ob positiv oder negativ, ob konkav oder konvex, das Kippbild von «Ort und Stelle» bildet die Sphäre von Objekten, die, mit Rosalind Krauss, «allein in der Erfahrung ihrer Betrachtung zu verstehen sind».
In Kauffungens Wandobjekten scheint gerade diese Sphäre zu einer denkbar konkreten Gestalt zu finden, als Verkörperung und Transformation ihrer selbst: Als raumgewordene Schnittstelle. Das den Selbstdurchgang formatierende Gebilde ist dabei ebenso Manschette wie Futteral, modellartig kompaktes Mantelwerk eines kommunizierenden Gefüges aus Farbe, Licht und Widerschein.
Textauszug von Bruno Steiger aus der Publikation IBLA, 2004, Edition Howeg

 

Arbeiten im öffentlichen Raum

1981 Anerkennungspreis des Kantons Zürich für Wettbewerbsbeitrag Kunst am Bau. Gestaltung der Infrastrukturanlage Uni-Irchel, Zürich

Editionen

1986 Edition HSB, Kaltnadelradierung, Incontro 1986 1984 Edition Torchio Thiene, „Jener Hölderlin“, Berthold Diel Texte, Stefan Kauffungen Radierungen

Publikationen

2004 Publikation IBLA, Edition Howeg, ISBN 3-85736-228-6
1995 2. Internationale Triennale für Druckgrafik Le Locle, Musée des Beaux-Arts de la Ville du Locle 
1991 12. Internationale Triennale für Druckgrafik Kunstgesellschaft Grenchen,
Sonderedition zur 21. Triennale, Kaltnadelradierung
1991–1993 Galerie Ursula Siegenthaler, Katalog Vocabulaire, ausgewählte Zeichnungen 
1988 Eterna-Interim, Observationen, ausgewählte Arbeiten

Auszeichnungen/Stipendien

1989 Werkbeitrag des Kantons Zürich
1986 Werkbeitrag des Kantons Zürich